Österreichische Volksmusik


"Die Österreicher klettern auf hohe Berge, stecken sich Pinsel auf den Hut und schreien 'juhu!' "

An diesem Zitat (woher es stammt, weiß ich leider nicht) mag etwas dran sein oder nicht, aber keinesfalls reicht es aus, um die österreichische Eigenart zu erfassen. Unsere Volksmusik jedenfalls geht weit über das hinaus, was im Musikantenstadl erfahrbar ist, und mit ein paar Facetten davon, vor allem mit der Schwegel und mit Wienermusik, will ich mich hier befassen.
Ein weiterer Punkt ist die Volksmusikszene in meiner Heimatstadt Klosterneuburg.
Mit Bordunmusik, die zweifellos auch zu unserer traditionellen Musik gehört und hoch interessant ist, befasse ich mich selbst nicht, doch möchte ich einige Links und Termine zu diesem Thema anbieten.

Schwegel

"Hä?" "Wie bitte?"

Sie haben richtig gelesen, so etwas gibt es wirklich!

Keine Sorge, es ist nichts unanständiges dabei, obwohl das Ding wirklich harmloser aussieht, als es ist: Ein sauber gedrechseltes Stück Holz, etwa 30 cm lang und 2,5 cm im Durchmesser, an den beiden Enden ein Knauf, ein paar Löcher...

Richtig geraten, es ist ein Musikinstrument (manche zweifeln allerdings daran), eine Art Flöte - eine Querflöte genau genommen.
Die Schwegel - auch Seitelpfeife genannt - wird im österreichischen Salzkammergut in ungebrochener Tradition in der Volksmusik verwendet, und zwar vor allem von den Schützen, aber auch in der Tanzmusik. Von dort hat sie sich nach dem Krieg durch die Bemühungen von Volksmusikpflegern und Musikanten wieder etwas verbreitet und ist heute nahezu im gesamten Alpenraum anzutreffen.

Lernen kann man dieses Instrument auf Musikantenwochen in Oberösterreich, Salzburg, Südtirol und in der Steiermark.


Wiener Musik

Wien hat einen gewissen Ruf als Welthauptstadt der Musik, und der ist, wenn vielleicht auch leicht übertrieben, zumindest nicht gänzlich unverdient. Große Komponisten wie Dittersdorf und Schubert, Schönberg und die Dynastie Strauß wurden hier geboren, und andere, zum Beispiel Salieri, Mozart, Beethoven und Brahms haben hier einen guten Teil ihres Wirkens entfaltet.
Über diesen Größen, die die abendländische Musikgeschichte entscheidend mitgeprägt haben, vergißt man aber nur allzu leicht, daß sie in unserer Stadt eine allgemeine Musikalität sämtlicher Bevölkerungsschichten vorfanden, die in Europa ihresgleichen suchte. "Hier singen selbst die steinernen Engeln über den Torbögen" hat ein Wienbesucher des vorigen Jahrhunderts festgestellt und meinte damit diesen musikalischen "Humus", der der Entwicklung der Hochkunst zweifellos außerordentlich dienlich war.
"Die Wiener sind ein seltsames Volk. Sie haben Märsche, nach denen man nicht marschieren, und Tänze, nach denen man nicht tanzen kann.

Dieser Ausspruch von Karl Hodina bezieht sich in unnachahmlicher Kürze auf die Eigenart der Wiener Musik, daß die wichtigsten Komponenten ihres Wesens nicht im Notenbild festgehalten werden können. Da gibt es Temposchwankungen, verzogene Rhythmen und Verzierungen, die mit größter Sicherheit und feinem Stilgefühl angewendet werden müssen und in direkter Überlieferung von Generation zu Generation weitergegeben werden.

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