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Folk und traditionelle Musik in Österreich
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Wienerisch mit dem Liechtenthaler Quartett

Karin Lee-Novák

Eva Orlich

Hannes Kubr

Volker Schöbitz

Traditionelle Wiener Musik vom Feinsten

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Im Wien des 19. Jahrhunderts existierte eine reiche musikalische Volkskultur. Aus allen Kronländern strömten Menschen in die Haupt- und Residenzstadt der Donaumonarchie, um hier als Handwerker oder Dienstboten zu arbeiten oder um Handel zu treiben - und sie alle brachten ihre Lieder, ihre Volksmusik mit. Auf diesem Nährboden entwickelte sich unter dem anregenden Einfluß der Gesellschaftsmusik die einzigartige Erscheinung einer städtischen Volksmusik, eben die Wiener Musik. Allabendlich erklang sie in allen Wirtshäusern und Heurigen in einer Vielfalt von Besetzungen.
Neben den Geigen wurde besonders die Harfe gespielt, es gab Zither- und Hackbrettschlager, Klarinettisten und Flötisten, und die kleine Baßgeige - das Bassettl - wurde ebenso gerne gebraucht wie Posthorn und Drehleier. Nicht zu vergessen ist natürlich eine große Zahl von Sängern und Sängerinnen. Der Dudelsack, das Instrument des "Lieben Augustin", war gegen Ende des 18. Jahrhunderts allmählich aus der Mode gekommen, doch mit der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen die Neuentwicklungen Kontragitarre und Harmonika in Gebrauch.
Erst vor diesem Hintergrund werden Erscheinungen wie Joseph Lanner, die Familie Strauß oder auch Franz Schubert verständlich - herausragende Talente in einer Stadt, in der "selbst die steinernen Engel über den Torbögen zu singen scheinen", wie ein Wien-Reisender im vorigen Jahrhundert vermerkte. Namen wie Alois Strohmayer, Josef Weidinger, Gruber-Franzl, Alexander Katzenberger oder auch Philipp Fahrbach sind heute nahezu vergessen, doch zum musikalischen Gepräge der Stadt trugen sie als Musikanten und Komponisten in Summe gewiß nicht weniger bei als die Großen ihrer Zunft, deren Werke sie neben ihren eigenen so gekonnt zu Gehör brachten.
Das Liechtenthaler Quartett ist eine Gruppe von Musikern, die sich um den Kontragitarristen Volker Schöbitz zusammengefunden hat. Ihre Begeisterung für die überlieferte Wiener Volksmusik macht es ihnen zum Anliegen, diese heute selten gewordene Musikgattung in angemessener Form vor das Publikum zu bringen. Dabei bringen sie keine schmalzig-verkitschte Heurigenatmosphäre, betreiben aber auch keine abgehobenen, wissenschaftlich-staubtrockenen Revitalisierungsversuche. In der aparten Besetzung mit zwei Geigen, Querflöte und Kontragitarre spielen sie einfach - junge, lebensvolle und sinnliche Musik, die offensichtlich heute ebenso aktuell ist wie vor 100 Jahren und in zunehmendem Maße auch die jüngere Generation wieder zu begeistern vermag.
Damit orientieren sie sich am ursprünglichen Klangbild der geigenden Brüder Johann (1850 - 1893) und Josef (1852 - 1895) Schrammel, deren gemeinsam mit dem Klarinettisten Georg Dänzer (1848 - 1893) und dem Kontragitarristen Anton Strohmayer gebildetes Quartett Maßstäbe setzte und namensgebend für diesen gesamten Zweig der Volksmusik wurde.
Bei den Liechtenthalern werden die Geigen von Karin Lee-Novák und Wiltrud Hüttler gespielt, und statt der hohen G-Klarinette (dem "picksüaßen Hölzl") erklingt hier eine alte Querflöte aus Ebenholz, gespielt von Eva Orlich.
Das Repertoire des Ensembles besteht neben Werken der Brüder Schrammel und Stücken weniger bekannter Volksmusikanten wie Alois Strohmayer (1822 - 1890), dem Vater des Schrammel-Gitarristen Anton, oder Alexander Katzenberger (1832 - 1892) auch aus Perlen der Wiener Tanzmusik von Joseph Lanner (1801 - 1843) und der Familie Strauß, die behutsam für die kleine Besetzung eingerichtet wurden, doch kommt mit Eigenkompositionen auch die "zeitgenössische" Musik nicht zu kurz.
Die Gruppe kann auf erfolgreiche Konzerte unter anderem im Rahmen des Wiener Musiksommers und des Wiener Volksliedwerkes ("Kleines Wiener Neujahrskonzert" sowie verschiedene Fernsehauftritte zurückblicken, wird aber auch gerne zur musikalischen Umrahmung von repräsentativen Veranstaltungen (Rezitationsabende, Weinverkostungen, Ehrungen...) sowie für private Feiern engagiert.


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